Klima im Wandel

Temperaturanstieg in Österreich 1901-2020 © Ed Hawkins, National Centre for Atmospheric Science

Beim Vergleich der heutigen durchschnittlichen Temperatur in Österreich mit Daten aus dem 20. Jahrhundert wird eine verstärkte Erwärmung ab 1980 deutlich. Jeder Streifen in nebenstehender Grafik steht für ein Jahr zwischen 1901 und 2020. Bläuliche Streifen markieren kühlere Jahre (je dunkelblauer, umso kühler), rötliche Streifen Jahre mit wärmerer Durchschnittstemperatur (je dunkelroter, desto heißer). So ist auch leicht zu erkennen, dass die vier wärmsten Jahre seit Beginn der Messgeschichte in jüngster Vergangenheit liegen (Quelle).

Mit den steigenden Temperaturen gehen anhaltende Trockenperioden, das verstärkte Auftreten von Unwetter-Ereignissen und spürbare Änderungen im Vegetationsverlauf einher. So hat der Klimawandel auch deutliche Auswirkungen auf die Region Wachau-Dunkelsteinerwald-Jauerling.

Hitze & Trockenheit - Herausforderung in vielen Bereichen

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Bis ins Jahr 2000 war in unserer Region mit 5 Hitzetagen (Maximaltemperatur > 30 °C) im Jahr zu rechnen. Bei fortschreitendem Klimawandel ohne Klimaschutz wird bereits in 20 Jahren ein Anstieg um bis zu 19 Hitzetage möglich sein und selbst bei ambitioniertem Klimaschutz ein Plus von bis zu 7 Hitzetagen. Trockenheitsereignisse, die in der Vergangenheit alle 10 Jahre eingetreten sind, werden in 20-50 Jahren bereits alle 4-6 Jahre zu erwarten sein. Ohne Klimaschutzmaßnahmen erhöht sich die Wiederkehr in 50-90 Jahren auf 2-3 Jahre.

Die zunehmende Hitze stellt für uns Menschen, aber auch für Haus- und Nutztiere eine gesundheitliche Herausforderung dar. Um die Hitzebelastung in Gebäuden zu senken gilt es bereits beim Bauen kühlende Maßnahmen mitzudenken. Das Gleiche gilt auch für die Gestaltung von öffentlichen Plätzen und Freiräumen.

Hitze- und Trockenstress fordern die Land- und Forstwirtschaft. Zusätzlich begünstigt die Abnahme von Frosttagen die Ausbreitung von Schädlingen, wie beispielsweise bei den Borkenkäfern erkennbar. Notwendige Bewässerungsmaßnahmen können zu Interessenskonflikten führen.

Starkregenereignisse führen zu kleinräumigen Überflutungen

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Von Starkregen spricht man, wenn mindestens 5 mm Niederschlag in 5 Minuten oder 10 mm in 20 Minuten fallen. Wenn innerhalb von so kurzer Zeit eine große Menge Regen fällt, kann dies zu kleinräumigen Überschwemmungen, Bodenerosion und Hochwasser führen.

Höhere Temperaturen sorgen für stärkere Verdunstung, was wiederum zu stärkeren Niederschlägen führt. Durch Veränderungen des globalen Klimasystems (in diesem Fall des Jetstreams) verlagern sich im Sommer die Druckgebilde langsamer und die Wetterlagen sind daher stabiler. Trockenperioden und Starkregen schaukeln sich auf. Trockenperioden führen in Kombination mit einem höheren Windaufkommen zum Austrocknen der Böden. Bei Starkniederschlägen kann der Boden diese Wassermassen nicht aufnehmen und das Wasser fließt ungenutzt ab. Die enormen Niederschlagsmengen führen zur Überlastung von Grundstücksentwässerungs- und Kanalisationssystemen, Bächen und Flüssen. Zusätzlich wird die Versickerung durch die zunehmende Versiegelung der Böden erschwert.

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Verlängerte Vegetationsperiode - Chance und Risiko für die Natur

© Donau Niederösterreich/Othmar Bramberger

Die Dauer der Vegetationsperiode wir in den nächsten 20 bis 50 Jahren um bis zu 31 Tage zunehmen. Der Beginn der Vegetationsperiode, bisher durchschnittlich am 2. April wird sich dadurch, je nach Klimaschutzmaßnahmen bis Mitte März verschieben. Der frühere Start der Vegetation macht diese anfälliger für Spätfrostereignisse, wie Beispielsweise bei Marillen- und Obstbäumen im Jahr 2019.

Auch auf die Ökosysteme kann sich die verlängerte Vegetationsperiode - gepaart mit dem Temperaturanstieg - auswirken. Neue Pflanzen- und Tierarten finden geeignete Lebensbedingungen vor, andere verschwinden.