Gemeinden auf Exkursion: Klimafitte Freiflächen in der Praxis

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Der schematische Aufbau einer Schwammstadt im Schaugarten der Gartenbauschule Langenlois © KLAR! Wachau
TTE Belag für versickerungsoffene Flächen in Herzogenburg © KLAR! Wachau
Die Siedlung in der Erzdechant-Oberbauer-Gasse in Traismauer kommt Dank draingarden gänzlich ohne Regenwasserkanal aus. © KLAR! Wachau

Innovative Beispiele in Langenlois, Herzogenburg und Traismauer zeigten unseren Gemeinden, wie klimafitte Freiräume Wasser speichern, Hitze mindern und Lebensqualität steigern.

Hitze, Starkregen und Trockenheit machen Gemeinden zunehmend zu schaffen. Wie lassen sich öffentliche Plätze so gestalten, dass sie Regenwasser aufnehmen, speichern und gleichzeitig das Klima in den Orten verbessern? Bei einer Exkursion durch mehrere Gemeinden rund um unsere KLAR! Region konnten Gemeindeverter:innen, Mitarbeiter:innen aus Bauamt, Wirtschaftshof und Stadtgärtnerei sowie Planer:innen konkrete Lösungen kennenlernen – vom entsiegelten Stadtplatz bis hin zur innovativen Schwammstadt im Kleinformat.

Innovationen in der Gartenbauschule Langenlois

Den Auftakt bildete die Gartenbauschule Langenlois. Robert Bruckner vom Büro Henninger & Partner GmbH gab einen Überblick über Möglichkeiten der Regenwasserversickerung und zeigte, warum aktives Regenwassermanagement für Gemeinden entscheidend ist. Direktor Andreas Kovac stellte die Tätigkeiten der landwirtschaftlichen Fach- und Berufsschule vor, während Betriebsleiter Christian Kittenberger beim Rundgang durch den Schaugarten das Projekt „Der unsichtbare Garten“ präsentierte. Herzstück ist die neue Schwammstadt, ein nachgebildeter Ortskern im Schwammstadt-Prinzip mit Entwässerungsrinnen, Sammelbehältern und verschiedenen versickerungsfähigen Flächen. Für Staunen sorgte zudem die Vorstellung des patentierten Systems „Evapopave“ durch Christopher Peiritsch vom Unternehmen ACO und Benedikt Kiesling von green4cities. Es ermöglicht, Flächen bei dem eine Beschattung aufgrund von Platzmangel nicht möglich ist, aktiv zu kühlen. Ergänzt wurde dies durch Sprühnebelduschen von raintime, die direkt in Rigolen eingebaut wurden.

Entsiegelte Plätze und gelebte Schwammstadt

Im Anschluss ging es ins Stadtzentrum von Langenlois, wo am Franziskanerplatz ein Parkplatz entsiegelt und in einen attraktiven Dorfplatz verwandelt wird. Hier zeigten Robert Bruckner und Rainer Rabl von der Stadtgemeinde Langenlois anschaulich, wie mit intelligenter Verkehrsführung und Planung Freiraum und Grünfläche für Begegnung und Kühlung geschaffen werden kann. 

In Herzogenburg führte Bürgermeister Christoph Artner gemeinsam mit Bauamtsleiter-Stv. Johannes Platzer durch Straßenzüge, die bereits seit 15 Jahren mit dem System draingarden von zenebio ausgestattet sind. Die KLAR! Region Unteres Traisental & Fladnitztal hat daher schon einiges an Erfahrung mit klimafitten Flächen und gab zudem wertvolle Tipps. Vorab gaben Georg Zeleny und Werner Sellinger von Grünplan Impulse zu den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und zur Zusammenarbeit von Tiefbau und Grünraumgestaltung.

Die letzten Stationen führten ins Gewerbegebiet Reichersdorf (Gemeinde Nußdorf) sowie in die Erzdechant-Oberbauer-Gasse in Traismauer, wo Straßenentwässerung ohne Kanal realisiert wurde – praxisnahe Beispiele für kosteneffiziente und nachhaltige Lösungen.

Ein starkes Signal

Die Exkursion zeigte eindrucksvoll, dass klimafitte Freiräume längst Realität sind. Die präsentierten Projekte lieferten den Teilnehmenden nicht nur wertvolle Einblicke, sondern auch konkrete Anregungen für die Umsetzung in den eigenen Gemeinden.

Protokoll

Das Protokoll der Exkursion zum Nachlesen gibt es hier.